Wir hatten diese Woche endlich die Möglichkeit einen GT86 mit Kompressor zu messen und abzustimmen. Das Fahrzeug wurde von einem namhaften schweizer Tuner aufgebaut und geprüft.

Natürlich interessiert uns wie auch viele unserer Kunden und Interessenten unseres Turbokits wie dieses im Vergleich mit dem Kompressorumbau abschneidet.

Thermik

Sofort sticht ins Auge, dass das Kompressorkit aus schweizer Entwicklung im Vergleich zum Vortech Supercharger und unserem Turbokit nicht über einen Ladeluftkühler verfügt.

GT86 Supercharger
GT86 Supercharger

Dies ist zumindest in der Theorie ein Nachteil. Durch die Verdichtung der Luft im Verdichter wird diese ebenfalls erwärmt. Folglich wird sehr warme Luft in den Bremmraum geführt was zu einem Abfall der Leistung führt. Je länger die Leistung abgerufen wird, desto mehr macht sich dieser Effekt bemerkbar!

Diesen Effekt konnten wir bei dem GT86 im Test bereits nach 3 Läufen auf unserem Prüfstand feststellen:

GT86 Supercharger: Heat Soak
GT86 Supercharger: Heat Soak

Rote Linie:      1. Run

Grüne Linie:   2. Run

Orange Linie: 3. Run

Durch die permanent höhere Hitze von Run zu Run nimmt auch mit jedem Run die Leistung ab, nach 3 Runs beträgt der Unterschied bereits 22PS. Hier würde ein Ladeluftkühler auf jeden Fall Abhilfe schaffen und auch zu einer besseren Gesammtleistung führen!

Ladedruck und Ladedruckregelung

Natürlich haben wir wie immer auch den Ladedruck mitgeloggt. Dieser hat die für einen Centrifugalkompressor typische Kurve mit dem höchsten Ladedruck am Drehzahlbegrenzer. Als Vergleich dazu haben wir die Ladedruckkurve unseres Turbos ins Diagramm genommen.

GT86 Turbo vs Supercharger: Boost curve
GT86 Turbo vs Supercharger: Boost curve

Graue Linie:  Ladedruck GT86 CR280              max. 0.42 Bar

Rote Linie:    Ladedruck GT86 Kompressor    max. 0.41 Bar

Ein grosser Vorteil des Turboladers gegenüber einem Kompressor ist hier ersichlich: Mittels der Ladedruckregelung können wir den Druck je nach Drehzahl regeln und somit im unteren Drehzahlbereich mit mehr Ladedruckfahren, somit mehr Drehmoment generieren, und am Begrenzer schlussendlich wieder den gleichen Druck wie mit dem Kompressor.

Abstimmung

Wir hatten den Auftrag, das Fahrzeug zu messen und falls möglich die Steuergerätesoftware noch etwas besser zu optimieren. Dabei fiel uns auf, dass die Software des Fahrzeugs original war und noch nie programmiert wurde.

Mit der Steuergerätesoftware konnten wir dem Kompressor GT86 noch einige PS mehr entlocken. Aber auch hier macht sich der fehlende Ladeluftkühler bemerkbar. Durch die heisse Luft beginnt der Motor viel früher zu Klopfen als mit kühlerer Luft, daher muss im oberen Drehzahl massiv Zündung rausgenommen werden:

GT86 Supercharger: Stock ECU vs CRTEK ECU
GT86 Supercharger: Stock ECU vs CRTEK ECU

Rote Linie:    GT86 Supercharger mit OEM Software            234PS /251Nm

Blaue Linie:   GT86 Supercharger mit CRTEK Software     257PS / 265Nm

Fazit Turbo vs Kompressor

Der Kompressorumbau funktioniert grundsätzlich und hält was es verspricht, hat aber massiv potential nach oben mit einigen Anpassungen. Auf jeden Fall gehört ein Ladeluftkühler zu diesem Setup, am einfachsten wäre hier ein Luft-Wasser Kühler. Durch die Ladedruckkurve des Kompressors kann man leider nicht ohne weiteres ein anderes Pulley verwenden, um etwas mehr Drehmoment zu erzeugen. Hierfür müsste man eine Ladedruckregelung mit einem Blowoff integrieren, somit kann eine andere Übersetzung gefahren werden die bereits bei tiefen Drehzahlen mehr Ladedruck macht, in höheren Drehzahlen kann die überschüssige Luft mittels Blow Off abgeblasen werden.

Hier noch der Vergleich unseres Turbos gegen den Kompressor:

GT86 Turbo vs Supercharger
GT86 Turbo vs Supercharger

Rote Linie:  GT86 Kompressor                               234PS / 251Nm

Blaue Linie: GT86 Turbo CR280                            297PS / 359Nm

Da unser Turbolader bei gleichem Ladedruck mehr Luft fördert, diese weniger erhitzt und zusätzlich über einen Ladeluftkühler verfügt, erreichen wir mit unserem Setup eine massive Mehrleistung bei gleichem Ladedruck. Ebenfalls ist der Drehmomentvorteil des Turbos sehr gut ersichtlich.

 

chip-racing dyno copy

  • Pingback: Toyota GT86: Turbo vs Kompressor - Chip-Racing

    • 05/13/2015 bei 18:46
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      Zudem ist zu sagen, dass der Motor trotz mehr Leistung beim Turbo nicht zwingend stärker belastet ist. Der Kompressor benötigt sehr viel Leistung direkt von der Kurbelwelle, welche nie am Rad amkommt und folglich nicht gemessen wird. Hätte der Kompressor gleich viel Leistung wie der Turbo, wär der Turbomotor weniger belastet. (Zudem steigt der Wirkungsgrad des Motors mit einem Turbo, da die Thermische Energie der Abgase ausgenutzt wird, was ja nichts als Ökologisch ist…. 😉 ) meine Wahl: ganz klar Turbo!

      Gruess Andy

      Antwort
    • 05/13/2015 bei 20:07
      Permalink

      Vielen Dank für diesen Vergleich! Sehr interessant!

      Antwort
    • 08/04/2015 bei 21:58
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      RW an Andreas Saner:
      Ich wäre sehr vorsichtig mit der Annahme “nicht zwingend stärker belastet”.
      Die Auslassventile eines sportlichen 0815 Saugermotors, sind in der Regel nicht für derartige thermische Belastungen gebaut. Ich muss dazu sagen dass ich den FA20 Motor nicht sehr gut kenne.

      Antwort
    • 02/04/2016 bei 15:15
      Permalink

      Wie hoch wären dann die zusätzlichen Kosten?
      Danke

      Antwort
  • 01/15/2016 bei 20:50
    Permalink

    Ist der Turbo Umbau auch für GT86 mit Automatikgetriebe möglich? Wen ja, kann das Getriebe die Mehrleistung auch verkraften?

    Antwort
    • 01/25/2016 bei 10:53
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      Ja, das Turbo Kit funktioniert problemlos auch auf dem Automaten. Allerdings müsste das Gutachten separat erstellt werden,
      da von uns nur der Schalter geprüft ist. Für dieses Gutachten fallen weitere Kosten bei der Prüfstelle an.

      Antwort
      • 02/04/2016 bei 15:17
        Permalink

        Wie hoch wären dann die zusätzlichen Kosten?
        Danke

        Antwort
        • 02/14/2016 bei 20:04
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          Ein Zulassung des Automatik Getriebes wird CHF 7500.- zusätzlich kosten.
          Leider!

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